23. Juni 2026 Warnstreik bei Betonstahl in Lampertheim!

Beschäftigte und IG Metall machen Druck für längst fällige Tariferhöhung.

Warnstreik Betonstahl 23.06.2026


Lampertheim/Darmstadt – Mit einem entschlossenen Warnstreik haben die Beschäftigten von Betonstahl Lampertheim am Dienstag, den 23. Juni ein deutliches Zeichen gesetzt: Sie fordern die Übernahme des Flächentarifvertrags der Metall- und Elektroindustrie sowie gute und zukunftssichere Arbeitsbedingungen.

Über 50 Kolleginnen und Kollegen legten für drei Stunden die Arbeit nieder und versammelten sich vor dem Werkstor. Sogar Kollegen aus der Nachschicht kamen in ihrer Freizeit, um gemeinsam mit ihren Kolleginnen und Kollegen zu protestieren. Nichts ging mehr im Betrieb. Die LKWs stauten sich in einer langen Schlange vorm Werkstor. Die Botschaft war klar: Die Tariferhöhung muss jetzt kommen!

Klare Forderungen – klare Haltung

Die Belegschaft fordert insbesondere:

  • die Übernahme des Flächentarifvertrags der Metall- und Elektroindustrie in Hessen, wie im Anerkennungstarifvertrag vereinbart.
  • eine deutliche Entgelterhöhung
  • Verbesserungen der Arbeitsbedingungen, vor allem mehr Gesundheitsschutz und mehr Planungssicherheit in der Schichtarbeit

Die Anpassung der Löhne wäre bereits im Februar 2025 fällig gewesen und der Arbeitgeber steigert mit seiner Verzögerung nur die Wut der Beschäftigten. Die fehlende Kommunikation von Seiten des Managements empfinden die Kolleginnen und Kollegen als großen Affront und Respektlosigkeit.

Unternehmen verweigert Dialog

Großes Unverständnis herrscht besonders darüber, dass die Geschäftsführung weiterhin die Weiterführung der Tarifverhandlungen verweigert. Dabei sprechen die wirtschaftlichen Zahlen eine andere Sprache: Das Unternehmen arbeitet seit Jahren profitabel und konnte auch 2024 erneut ein positives Ergebnis erzielen. Im Jahr 2025 und auch im aktuellen Jahr wird das ebenso sein.

„Wer Gewinne macht, kann sich faire Löhne leisten“, so die klare Haltung aus der Belegschaft.

Warnstreik zeigt Wirkung

Der Warnstreik hat gezeigt: Die Beschäftigten stehen zusammen. Viele von ihnen nahmen erstmals an einer Arbeitskampfmaßnahme teil – ein deutliches Signal für den wachsenden Unmut im Betrieb.

„Wir sind bereit, unseren Beitrag zum Erfolg des Unternehmens zu leisten – aber dafür brauchen wir Respekt, vernünftige Arbeitsbedingungen und eine faire Bezahlung“, so der Betriebsratsvorsitzende Mathias Kapp.

Sein Stellvertreter Murat Erol fügt mit deutlichen Worten hinzu: „Wir haben lange genug gewartet und immer wieder den Dialog gesucht. Aber wer unsere Arbeit will, muss uns auch respektieren. Es geht hier nicht um Almosen – die Belegschaft gibt jeden Tag alles, die Arbeit ist ein Knochenjob und jetzt geht es um Gerechtigkeit. Wenn man uns nicht zuhört, dann sorgen wir eben dafür, dass man uns hört.“

IG Metall: Solidarität ist unsere Stärke

Die IG Metall Darmstadt unterstützt die Forderungen der Beschäftigten und macht ganz klar: Ohne Bewegung der Arbeitgeberseite wird der Druck weiter steigen. Tom Kehrbaum, Verhandlungsführer der IG Metall Darmstadt: „Der Arbeitgeber spielt hier auf Zeit – aber die Beschäftigten haben längst verstanden, dass sich nichts ändert, wenn man nicht gemeinsam Druck macht. Dieser Warnstreik ist erst der Anfang. Wer Tarif verweigert, bekommt Widerstand.“

Bereits in der Betriebsversammlung war klar formuliert worden, dass die Beschäftigten bereit sind, für ihre Interessen einzustehen und gemeinsam für bessere Bedingungen zu kämpfen.

Wie geht es weiter?

Sollte die Geschäftsführung weiterhin auf Zeit spielen, sind weitere Aktionen nicht ausgeschlossen. Die Belegschaft hat am Dienstag eindrucksvoll gezeigt, dass sie bereit ist, für ihre Rechte einzutreten.

Eines steht fest: Ohne fairen Tarif wird es keinen Frieden im Betrieb geben.