Tarifrunde Metall- und Elektroindustrie Warnstreik bei Bosch Rexroth in Erbach

Beschäftigte senden deutliches Signal an die Arbeitgeber und lehnen Minusangebot ab. IG Metall fordert 5 Prozent mehr Entgelt, sichere Arbeitsplätze und Zukunftsperspektiven für den Standort.

Warnstreik Bosch Erbach 02.11.2026


Erbach/Darmstadt. Mit einem kraftvollen ersten Warnstreik haben die Beschäftigten von Bosch Rexroth in Erbach ein deutliches Zeichen in der laufenden Tarifrunde der Metall- und Elektroindustrie gesetzt. Mehrere hundert Beschäftigte beteiligten sich an der Arbeitsniederlegung und machten klar: Die Arbeitgeber müssen sich in den Verhandlungen deutlich bewegen. Die Forderungen der IG Metall sind 5 Prozent mehr Entgelt, Maßnahmen zur Sicherung von Beschäftigung und Standorten, eine faire Beteiligung der Beschäftigten an Gewinnen sowie eine soziale Komponente für untere Einkommen.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Warnstreiks machten deutlich, dass gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten die Beschäftigten nicht allein die Lasten tragen dürfen. Viele Kolleginnen und Kollegen erleben täglich steigende Anforderungen, leisten ihren Beitrag zum Unternehmenserfolg und erwarten zu Recht Respekt und Anerkennung für ihre Arbeit

Thomas Kehrbaum, Zweiter Bevollmächtigter der IG Metall Darmstadt, kritisierte die Haltung der Arbeitgeber deutlich:

„Die Beschäftigten bei Bosch Rexroth sind nicht das Problem, sondern Teil der Lösung. Sie entwickeln Produkte, sichern Qualität, treiben Innovationen voran und halten den Betrieb jeden Tag am Laufen. Wer Verantwortung für die Zukunft des Unternehmens einfordert, muss auch bereit sein, in die Zukunft der Beschäftigten und der Standorte zu investieren.“

Damit griff Kehrbaum einen zentralen Gedanken der aktuellen Tarifbewegung auf: Die Beschäftigten leisten ihren Beitrag zur Transformation der Industrie und erwarten im Gegenzug Verlässlichkeit, Investitionen und sichere Perspektiven.

Mit Blick auf die bisherige Haltung der Arbeitgeber in den Tarifverhandlungen erklärte Kehrbaum:

„Das bisherige Angebot der Arbeitgeber ist viel zu wenig, kommt viel zu spät und bietet keine ausreichende Perspektive für die Menschen in den Betrieben. Während die Beschäftigten Verantwortung übernehmen, fehlen Antworten auf die entscheidenden Zukunftsfragen: Welche Investitionen kommen? Welche Produkte werden künftig am Standort gefertigt? Und wie werden die Arbeitsplätze gesichert?“

Diese Fragen seien gerade für die Beschäftigten in Erbach von großer Bedeutung. Die Menschen wollten nicht nur über Herausforderungen und Krisen reden, sondern über Zukunft, Investitionen und Perspektiven.

Ein weiterer Schwerpunkt der Kundgebung war die Forderung nach Beschäftigungssicherung. Aus Sicht der IG Metall müssen Standorte, die über Jahre erfolgreich zum Unternehmenserfolg beigetragen haben, auch eine Zukunftsperspektive erhalten.

„Jahrzehntelang waren unsere Standorte gut genug, um Gewinne zu erwirtschaften. Dann müssen sie auch gut genug sein für Investitionen in neue Produkte, neue Technologien und sichere Arbeitsplätze. Wer Industrie in Deutschland erhalten will, muss auch hier investieren.“

Die IG Metall betonte, dass Wandel und Transformation nur dann erfolgreich sein können, wenn die Beschäftigten mitgenommen werden und ausreichend Sicherheit erhalten.

Auch die Forderung nach einer stärkeren Beteiligung der Beschäftigten an wirtschaftlichen Erfolgen fand große Zustimmung unter den Anwesenden. Die Gewerkschaft verweist darauf, dass Gewinne nicht in Vorstandsetagen entstehen, sondern durch die tägliche Arbeit der Beschäftigten in Produktion, Entwicklung, Logistik und Verwaltung.

Zum Abschluss machte Kehrbaum deutlich, dass der Warnstreik nur der Auftakt einer entschlossenen Tarifbewegung sei:

„Die Beschäftigten bei Bosch Rexroth senden heute eine klare Botschaft: Wir stehen zusammen. Wir kämpfen für faire Einkommen, sichere Arbeitsplätze und eine starke industrielle Zukunft. Wer Respekt für die Leistung der Beschäftigten fordert, muss jetzt ein verhandlungsfähiges Angebot vorlegen. Wenn das nicht geschieht, werden die Aktionen in den Betrieben weiter zunehmen.“

Die IG Metall wertet die Beteiligung am ersten Warnstreik als starkes Signal an die Arbeitgeberseite und kündigt an, den Druck in der laufenden Tarifrunde aufrechtzuerhalten, bis eine tragfähige Lösung auf dem Verhandlungstisch liegt.